Chronik

Über das Vereinsleben unseres Schützenvereins.

Im Sommer des Jahres 1901 wurde unser „Schützenverein Assel“ ins Leben gerufen. 24 Asseler Männer haben diesen Verein gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinrich Peters gewählt. Die erste Generalversammlung fand nach Anzeige im Stader Tageblatt am 6. Nov. 1901 statt. Hier wurde beschlossen, am 8. Dez. 1901 den ersten Schützenball beim Schützenbruder G.H.A. Jahncke zu feiern. Der Ein­trittspreis zu diesem Fest waren -,50 Pfg., und ein Glas Bier kostete-, 10 Pfg.

Das erste Schützenfest folgte vom 13. bis 15. Juli 1902, und der Verein hatte schon 41 Mitglieder. Für das ganze Fest spielte die Stader Stadtkapelle für 20,-Mark. Erster Schützenkönig wurde August Brammann.

Zum Schützenfest 1903 wurde ein Infanterie-Vereinsdegen gekauft für 22,30 Mark und auf der Preisscheibe waren so schöne Dinge wie Strumpfbänder, Klopfpeitsche, Zucker und Schokolade versehen. Die Kasse zeigte am Jahresende ein Guthaben von 346,42 Mark.

Im Jahre 1905 wurde eine Strafkasse beschlossen und eingeführt für unentschuldig­tes Fehlen. Straflohn -,25 Pfg. Diese Kasse wurde weit in die 20er Jahre hineinge­führt. In diesem Strafbuch findet man so bekannte Namen wie Grantz, Nagel, Hinrichsen, Cassau, von Bröckel, Vöge, v. d. Reith, Umland, Wetegrove, Schröder, Witt, Wolkenstein, Jahncke, Eschermann und viele, viele mehr.

Die erste Haftpflichtversicherung wurde 1913 für ein Jahr abgeschlossen zum Preise von 53,40 Mark. An Lustbarkeitssteuer mußte 38,- Mark abgeführt werden. Im gleichen Jahre wurde Johannes Wetegrow zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

In den Kriegsjahren 1914-1918 fanden keine Festlichkeiten statt. Viele liebe Schüt­zenbrüder kehrten aus diesen Kriegswirren nicht nach Assel zurück.

Im Jahre 1920 wurde das erste Schützenfest nach dem Kriege wieder gefeiert. Der neue 1. Vorsitzende hieß August Brammann. Die Mitgliederzahl stieg in den 20er Jahren auf 118 an.

Ein neuer Schießstand wurde 1925 fertiggestellt und zum Heizen mußten fünf Fuder Torf je 6,- Mark angefahren werden. Wilhelm Cassau übernahm die Führung des Vereins.

Die Jungschützenabteilung (eine der ersten in Kehdingen) wurde im Jahre 1927 gegründet. Erster Jungschützenkönig wurde Gustav Vöge im Jahre 1928. Nach der Machtübernahme durch Hitler wurden die Schulden der Jungschützen in Höhe von 39,98 Mark durch den Schützenverein übernommen, die Jungschützen dem Verein angegliedert und der Verein übernahm von den Jungschützen zwei Gewehre.

Schützenfeste und Schützenbälle (Wintervergnügen) wurden in den 30er Jahren ausgiebig gefeiert, bis einschließlich 1939. Der Reingewinn für den Verein im Jahre 1939 betrug 81,25 Mark. Von 1933 bis 1939 führte Schützenbruder August Bram­mann den Verein.

In den darauffolgenden Jahren des zweiten Weltkrieges wurden keinerlei Festlichkei­ten oder Veranstaltungen seitens des Vereins durchgeführt.

Auch aus diesem Kriege kehrten leider eine große Zahl Schützenbrüder nicht in ihr geliebtes Assel zurück.

Auf dem Konto des Schützenvereins war über die Kriegsjahre hinaus noch einiges an Geld geblieben, und so konnte der Verein am 15. August 1948 dem V.T.V. Assel eine Spende in Höhe von 600,- Mark überreichen für den Sportplatzbau.

Durch ein Rundschreiben vom 9. August 1949 wurden alle Asseler Bürger eingela­den, die daran interessiert waren, den Schützenverein Assel neu ins Leben zu rufen. Am 10. August 1949 fand somit die erste Schützenversammlung beim Gastwirt Johann Schröder statt. 50 Schützenbrüder beschlossen an diesem Tage, daß der Schützenverein Assel fortbestehen müsse. Sie wählten einen neuen Vorstand unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Wilhelm Gassau, und feierten auch im selben Jahr noch ihr erstes Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg. Schützenkönig wurde unter großem Jubel aller Schützenbrüder und der Asseler Bevölkerung Johannes Beckmann.

Im Jahre 1951 wurde das große Jubiläumsschützenfest (50 Jahre) in Assel unter Mitwirkung aller Kehdinger Schützenvereine gefeiert. Im selben Jahr noch wurde der Beschluß gefaßt, einen neuen Schießstand zu bauen. Die Bauzeit betrug fast zwei Jahre, und der neue Stand wurde am 5. Juli 1953 eingeweiht. Solide Handwerksar­beit hat es ermöglicht, daß dieser Schießstand noch heute seine Dienste dem Asseler Schützenverein zur Verfügung stellt.

Am 22. Februar 1952 wurde auf Antrag beim Amtsgericht in Freiburg die Eintragung ins Vereinsregister vorgenommen und der Schützenverein darf sich jetzt „e.V. von 1901″ nennen.

Das Fehlen von geeigneter Marschmusik während der Schützenumzüge führte am 1. Juli 1954 zur Gründung des Spielmannszuges Assel. Spontane Stifter wie Pastor Wehner, Lehrer Witt und viele andere ermöglichten noch im selben Jahr ein öffentliches Auftreten des Spielmannszuges. Auch wurde im selben Jahr der erste Jungschützenkönig nach dem Kriege mit Heinz Völkers ausgeschossen. Der erste ,,Bestmann“ wird 1957 mit Horst Neuber ausgerufen.

In den darauffolgenden Jahren wächst der Schützenverein ständig und es werden viele schöne Feste im grünen Rock gefeiert.

Laut Beschluß der Jahreshauptversammlung wird beim Schützenfest 1961 das erste gemeinsame Mittagessen am Sonntagmittag eingenommen.

Im Jahre 1964 tritt der Verein dem Deutschen Schützenbund bei. Dieses ist der Grundstein für viele gute und hervorragende Schießergebnisse für Asseler Sport­schützen. Weit über die Grenzen Assels und Kehdingens hinaus erringen Asseler Sportschützen bei jeder Art von Wettkämpfen gute bis überdurchschnittliche Schieß­ergebnisse.

Das Jahr 1967 bringt einige Veränderungen. Der 1. Vorsitzende Wilhelm Cassau wird Ehrenvorsitzender und Horst Neuber übernimmt den Vorsitz des Vereins. Die Jungschützen erhalten mit Heino Wetegrove 1967 ihren ersten „Jungschützenbest­mann“. Eine Damenabteilung wird gegründet und dem Schützenverein angeschlos­sen. Erste „Beste-Dame“ des Vereins wird 1968 Margret Beckermann.

In den darauffolgenden Jahren wächst und gedeiht der Verein unaufhaltsam weiter. 1969 wird durch einen Kassenprüfer zwei Rollen Nähseide a -,25 Pfg. beanstandet, 1969 wird August Eschermann erster Asseler Kreisschützenkönig, 1971 erstmals auf der Preisscheibe: Fahrt nach Helgoland für zwei Personen. 1973 wird der neue, gepflasterte Schützenplatz bei Schröder seinen Bestimmungen übergeben. 1975 werden von den Asseler Sportschützen beim Kreiswettschießen alle sechs zu vergebenen Titel nach Assel geholt.

Die Flutkatastrophe am 3. Januar 1976 richtet am Schützenplatz und Schießstand erheblichen Schaden an. Asseler Schützenschwestern und Brüder aber richten alles wieder her, und so kann im Sommer das 75jährige Jubiläumsschützenfest in Assel unter Beteiligung aller Kehdinger- und Asseler Vereine gefeiert werden.

Im darauffolgenden Jahr feiern die Asseler Jungschützen ihr 50jähriges Bestehen und die Asseler Damenabteilung besteht 1 O Jahre.

Die Zeit der Jubiläen im Asseler Verein hat aber noch kein Ende. 1979 feiert der Spielmannszug sein 25jähriges Bestehen mit vielen Musik- und Spielmannszügen.

Auch wird die Asseler Bevölkerung beim Schützenfest bedacht. 1981 wird erstmalig kein Eintritt zum Festplatz erhoben.

Die Jungschützendamen schießen 1982 mit Monika Schmidt ihre erste „Jungschüt­zen-Beste-Dame“ aus.

Einen Führungswechsel in der Vereinsleitung muß es 1984 geben. Horst Neuber stellt aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten zur Verfügung. Werner Becker­mann wird von der Jahreshauptversammlung zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Horst Neuber wird zum Ehrenpräsidenten ernannt

Vom 16.-19. Mai 1985 fährt der Verein unter Begleitung der Kehdinger Blasmusikan­ten mit 70 Personen zu Assels Patenstadt Rosieres en Santerre. Die Schützenschwestern und Brüder verbringen viele schöne Stunden in der befreundeten Stadt und tragen somit zur Völkerverständigung bei.

Im Jahre 1986 überschlagen sich die Ereignisse. Am 3. Mai nimmt der Schützenver­ein mit Spielmannszug mit 60 Personen an den Feierlichkeiten des Deutschen Schützentages in Osnabrück teil.

In der Zeit vom 8. -11. Mai wird die 925-Jahr-Feier der Ortschaft Assel gefeiert. Kurz darauf bildet das Schützenfest den absoluten Höhepunkt für das Schützenvolk in Assel.

Nach diesem großen Fest gibt es die ersten positiven Nachrichten, daß der neue Schießstand gebaut werden darf.

Endlich nach vielen Besprechungen und Verhandlungen wird die Baugenehmigung am 11. Juni 1987 erteilt.

Waren es über Jahrzehnte die Feierlichkeiten und das Sportschießen, das den Schützenverein zusammengehalten hat, so ist es in den Jahren 1987-1989 die Arbeiten am neuen Schießstand, die die Freundschaft und Kameradschaft im Schützenverein gefestigt haben.

 

Schießstandbau in Assel

Seit der Gründung des Schützenvereins in Assel im Jahre 1901, haben sich die Schützenbrüder Gedanken gemacht, wie und wo kann man einen Schießstand errichten. Aus einem überlieferten Lageplan aus dem Jahre 1909 ist es zu ersehen, daß ein Schießstand am Wegefähreis errichtet werden sollte. Dieser Schießstand durfte zur damaligen Zeit nicht gebaut werden.

Schützenbrüder mußten über Jahrzehnte sehr erfinderisch sein, bei der Nutzung der damaligen Einrichtungen. Aus Überlieferungen ist bekannt, daß an mindestens 4 (vier) verschiedenen Orten in Assel das Schießen durchgeführt wurde.

Im Jahre 1951 hat der damalige Vorstand entschieden, einen neuen Schießstand direkt in Assel zu bauen. Die Bauzeit betrug fast zwei Jahre und der neue Stand wurde am 5. Juli 1953 eingeweiht. Solide Handwerksarbeit hat es ermöglicht, daß dieser Schießstand bis zum heutigen Tage von den Schützenschwestern und Schützenbrüdern genutzt werden konnte.

Am 10. März 1980 beschließt der Vorstand einen neuen Schießstand zu errichten. Bauvoranfrage wird gestellt, Verhandlungen und Gespräche mit der Gemeinde, dem Landkreis, dem Kreissportbund, der Bezirksregierung in Lüneburg, dem Landeigen­tümer, den Nachbarn und vielen mehr geführt.

Die erlösende Nachricht vom Bauamt in Stade kam am 11. Juni 1987.

Der neue Schießstand ist genehmigt!

Schon am 13. Juni treffen sich viele Schützenbrüder auf dem Schützenplatz, um das vorhandene Gelände baureif zu gestalten. Die großen Gräben entlang des Bauplat­zes werden verrohrt und gedeicht. Wenige Tage nach dem Schützenfest beginnen die Erdarbeiten. Fundamente werden eingeschalt, Eisen verlegt und am 1. August fließen ca. 600 m3 Beton in die vorhandene Schalung. Eine Fläche von fast 1900 m2 ist mit Beton befestigt. Die Maurerarbeiten gehen los und am 13. August erfolgt die Grundsteinlegung durch den Ehrenpräsidenten Horst Neuber und den Bürgermeister Helmut Barwig. Spielmannszug, Schützenschwestern und Schützenbrüder und viele Bewohner aus Assel nehmen an diesem Festakt teil.

Zum langen Feiern aber haben die Mitglieder des Vereins keine Zeit, denn es soll in diesem Jahr noch Richtfest sein. Maurer und viele freiwillige Helfer arbeiten jeden Abend und jeden Samstag. Die Wände wachsen regelrecht aus dem Boden. Zimmerleute fahren in die Werkstatt einer Zimmerei um die 126 Stück Dachbinder mit zu fertigen.

Am 3. Oktober wird mit einem großen Kran die überdimensionale Richtkrone über das neue Gebäude gehoben. Zimmermannsgeselle Hans-Jürgen Stein schmettert den Richtspruch vom Dachstuhl auf die über 300 anwesenden Personen hinab. Bei einer kräftigen Erbsensuppe und reichlichen Getränken wird das Fest auf dem großen Saal des „Hotel zur Post“ bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

In den darauffolgenden Wochen wird die große Dachfläche zugelegt und schon am 7. Nov. wird die letzte Dachplatte auf der Holzkonstruktion befestigt. Maurergesellen, aber auch viele angelernte Helfer haben alle Hände voll zu tun, um die restlichen Maurerarbeiten vor Winteranbruch fertigzustellen.

Am 1. Samstag im Dezember sind alle Fenster und Außentüren provisorisch abge­dichtet und es kann mit dem Innenausbau begonnen werden. In den darauffolgenden Wochen wird im ganzen Bau an allen Ecken und Enden geschafft.

Zimmerleute, Elektriker, lsolierer, Sanitärinstallateure, Schweißer, Maurer und viele, viele fleißige Helfer arbeiten in jeder freien Minute an ihrem eigenen Schießstand.

Die große Decke im KK-Stand wird isoliert und mit Schalung versehen, abgehängte Decken im LG-Stand, Aufenthaltsraum für Winterrundenschützen, Toilettenanlagen und Küche eingezogen. Eine Gruppe Jungschützen macht sich an die Decke der großen Aufenthaltsräume heran und kann nach einigen fleißigen Tagen eine fertige Arbeit abliefern.

Alle zur Verfügung stehenden Elektriker, aber noch mehr Helfer sind damit beschäf­tigt, alle elektrischen Zuleitungen in die Wände zu verlegen und über Kabelbahnen zur Hauptverteilung zu ziehen.

An elektrischen Leitungen werden an diesen Tagen über 3 km Leitung verlegt.

Aber auch das Sanitärhandwerk hat alle Hände voll zu tun, um die Wasserleitungen und Abflüsse zu verlegen.

Am 28. Januar 1988 wird die Rohbauabnahme durch den Landkreis Stade vorge­nommen ohne Beanstandungen.

Bedingt durch den milden Winter kann mit den Putzarbeiten begonnen werden, und die Heizungsbauer verlegen die ersten Heizungsrohre.

An den geputzten Wänden werden Heizkörper montiert. Zimmerleute sind wieder gefragt, um die Fachwerkwand und den Fachwerktresen zu erstellen. Fast in Eigenarbeit eines einzelnen Maurers werden die Fachwerkfächer ausgemauert. Das „Tresenhaus“ mit dem Reetdach bildet schon nach kurzer Zeit den optischen Mittelpunkt im Gebäude.

Viele Helfer sind jetzt damit beschäftigt, die ca. 800 m2 Fußbodenfläche mit Wärme­isoliermatten auszulegen.

Der Estrich wird eingebracht und eini­ge Wochen später erfolgt der Einbau der Sichtdecken.

In den Januarwochen werden die Wän­de des LG-Schießstandes wegen der Schalldämmung mit Teppichboden be­legt und die Fliesenleger haben 750 m2 Fußbodenfliesen eingebracht.

Innentüren werden eingebaut, Tapeten geklebt, Wände gestrichen, Elektriker arbeiten in allen Ecken und Ebenen des Gebäudes, Sanitärartikel werden installiert und so langsam bekommt un­ser Gebäude das Ansehen eines schmucken Hauses.

Die Reinigungsarbeiten aller Fußbö­den, Türen, Fenster usw. werden von der Damenabteilung mit großer Liebe durchgeführt. Auch die Außenanlagen entstehen und passen sich dem Gebäude an.

Wir hoffen mit berechtigt geschwollener Brust sagen zu dürfen:

Unser Schießstand ist fertig!

Wir haben es geschafft!

Viele neue Freundschaften wurden an diesem Bau geknüpft und gefestigt, wir haben hart und lange arbeiten müssen, aber wir, die Schützenschwestern und -brüder des Asseler Schützenvereins sind stolz und glücklich, für uns und unsere Kinder, aber auch für die nachfolgende Generation und für den Schießsport, ein Gebäude erstellt zu haben, wie es seinesgleichen sucht.

Aber alles dieses wäre in dieser kurzen Bauzeit nicht möglich gewesen, hätte die Jugend, auf die so oft und so viel geschimpft wird, nicht so tatkräftig und fleißig mitgeholfen. Aber auch unsere Schützenschwestern dürfen nicht vergessen werden. Sie haben ihr Versprechen gehalten, an jedem Samstagnachmittag wurde für alle am Bau arbeitenden Kollegen frischer Kaffee und selbstgebackener Kuchen gereicht. Herzlichen Dank an dieser Stelle.

Mit den abschließenden Worten möchten wir einer Schützenschwester ganz beson­ders herzlichen Dank sagen. Von August 1987 bis zur Fertigstellung hat uns unsere Schützenschwester Antje Wetegrove an jedem Samstagmorgen mit frischen beleg­ten Brötchen und heißem Kaffee bedient. Liebe Antje, daß Team vom Bau sagt:

Danke schön!

 

Die Damenabteilung des Asseler Schützenvereins

Die Damenabteilung des Asseler Schützenvereins wurde gegen den anfänglich hartnäckigen Widerstand einiger Schützenbrüder – wir wollen keine Flintenweiber – am 9. Febr. 1967 ins Leben gerufen. Als Ausmarschuniform einigte man sich auf einen weißen Rock und eine grüne Jacke.

Als erste Leiterin der Damenabteilung wurde von der Jahreshauptversammlung 1968 Ingrid Dreyer gewählt, die dieses Amt mit großem Erfolg bis 1982 ausübte. Danach wurde sie von Angelika Prott abgelöst, der als stellvertr. Damenleiterin Rosel Roesner zur Seite steht.

Die erste Beste Dame wurde während des Bestmann-Schießens 1968 ausgeschos­sen. Diese Würde konnte Margret Beckermann erringen. Seit 1977 wird neben der Besten Dame auch eine Adjutantin ausgeschossen. Die erste Adjutantin des Vereins war Maja Dölling.

Außerdem wurde für die doch inzwischen stark gestiegene Zahl der jüngeren Schützenschwestern 1982 erstmals die Jungschützen-Beste-Dame mit Adjutantin ausgeschossen. Die erste Jungschützen-Beste-Dame wurde Monika Schmidt.

Aber auch der sportliche Teil der Damenabteilung ist erwähnenswert und soll in diesem Bericht nicht vergessen werden. Als herausragende Sportschützin sei Margret Beckermann genannt, die u.a. dreimal den Titel der Kreisschützenkönigin erringen konnte, viermal Bezirksmeisterin sowie unzählige Male Damen-Vereinsmei­sterin mit dem Luftgewehr und im Kleinkaliber-Dreistellungskampf wurde.

Die Damenabteilung des Asseler Schützenvereins besteht heute aus 187 Mitgliedern.

 

Sportschützen

Sechs Schützen des Schützenvereins Assel trafen sich erstmals am 18. 1 O. 1962 zu einem Übungsschießen im Luftgewehr stehend Freihand. Dieses kann wohl als Geburtsstunde der Asseler Sportschützen angesehen werden. Geschossen wurde damals noch auf dem Saal im „Hotel zur Post“. Wie aus alten Aufzeichnungen zu ersehen ist, stieg die Anzahl der Sportschützen in den nächsten Wochen sprunghaft an. Diese Aufwärtsentwicklung hat sich bis heute stetig fortgesetzt, so daß wir in diesem Jahr mit:

8 Damenmannschaften

8 Herrenmannschaften

2 Schülermannschaften

1 Jugendmannschaft

1 Altersschützenmannschaft

1 Luftpistolenmannschaft

 

an der Winterrunde des Bezirksschützenverbandes teilnahmen. Hierbei ist zu erwähnen, daß die 1. Damenmannschaft und die Luftpistolenmannschaft mit recht gutem Erfolg in der Bezirksliga schießen. Von Beginn des Kreiswettschießens der Kreis­schützenvereinigung Kehdingen beteiligten sich Asseler Schützen. Die großen Erfolge, die die Schützen aus Assel dabei erreichten, lassen sich wohl am besten an der großen Anzahl der 1. Plätze sowohl in den Mannschaftswertungen, als auch beim Erreichen der Titel der Kreiskönige ablesen. Auch werden von den Asseler Sportschützen fast alle Kreisrekorde gehalten. Die Teilnahme an den Bezirks- und Landesmeisterschaften waren für die Asseler immer eine Selbstverständlichkeit. Die Erfolge, die hierbei erzielt wurden, halten jederzeit einem Vergleich mit anderen Vereinen stand. Als erfolgreichster Schütze der Asseler Sportschützen darf wohl Horst Neuber angesehen werden, der folgende Titel errang:

6 x Vereinsmeister des Schützenvereins Assel

5 x Kreisschützenkönig der Schützenvereinigung Kehdingen

11 x Bezirksmeister des Bezirksschützenverbandes Stade unter Erreichen diverser Bezirksrekorde

3 x Landesmeister des Nord-West-Deutschen Schützenverbandes; wobei er 1983 einen neuen Landesrekord aufstellte. 1983 Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in München.

Vom guten Einvernehmen der Sportschützen untereinander zeugt auch, daß im nun 28. Jahr des Bestehens der Asseler Sportschützen erst der 2. Sportleiter im Amt ist. Bis 1985 war dieses Adolf Heidhoff. Als 1985 Adolf Heidhoff auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidierte und zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt wurde, löste ihn Wilfried Barwig ab. Diesem steht Jürgen Prott als 2. Sportleiter zur Seite, der dieses Amt auch schon zu Zeiten Adolf Heidhoffs innehatte.

Auf unserem neuen Schießstand haben wir die Möglichkeit, alle Arten der KK­Pistolen-Disziplinen zu schießen. Außerdem werden wir den Dreistellungskampf­Luftgewehr in unserem Programm mit aufnehmen.

 

Die Jungschützenabteilung

Die Jungschützenabteilung wurde 1927 von dem damaligen Lehrer Heinrich Witt ins Leben gerufen.

Eine der ältesten Jungschützenabteilungen in Kehdingen hatte am Anfang eine Mitgliederzahl von 15 Personen, die bis heute auf fast 200 Mitglieder angestiegen ist.

Von 1927 bis 1939 fungierte Heinrich Witt als Betreuer der Jungschützen, und diese konnten 1927 mit Gustav Vöge ihren ersten Jungschützenkönig feiern.

Nach dem Krieg wurden erstmals 1951 neue Bemühungen getätigt, die Jungschüt­zenabteilung neu ins Leben zu rufen.

Gerhard Kruse wurde 1954 als Leiter der Jungschützenabteilung gewählt, und Heinz Völckers konnte als erster Jungschützenkönig nach dem Krieg aufgerufen werden. 1956 übernahm er das Amt des Jungschützenobmannes. Seine Nachfolger wurden: 1958 Heinz Steffens, 1966 Werner Beckermann, 1972 Walter Konegen, 1982 Wilfried Barwig, 1982 Erwin Kappelmann und seit 1988 leitet Torsten Dreyer die Jungschützenabteilung.

Aber auch sonst läßt der Unternehmungsgeist der Jungschützen nicht zu wünschen übrig. Man nimmt an Veranstaltungen von auswärtigen Vereinen teil, begeht Weih­nachtsfeiern, fährt Rallyes, unternimmt Boßeltouren und besichtigt Brauereien. 1988 wurde sogar ein Bollerwagen in Eigenarbeit hergestellt und auf dem Kommersabend gestiftet.

Der Höhepunkt jedoch ist das Schützenfest, das am Sonntag vorher mit dem Ausschießen des Jungschützenbestmannes und seines Adjutanten beginnt.

Der Abschluß ist am Sonntagmorgen das Jungschützenfrühstück, das genauso wie das Kranzbinden beim Jungschützenkönig stattfindet. Im Anschluß daran wird dann der neue König mit seinem Adjutanten ausgeschossen, die dann für das neue Schützenjahr das Regiment übernehmen.

 

Spielmannszug Assel

Während der „Generalversammlung“ am 17. 2. 1954 wurde beschlossen, den Spielmannszug Assel zu gründen. Spontan wurden von drei anwesenden Mitglie­dern des Schützenvereins Assel drei Flöten gespendet. Weitere Instrumente wurden der Freiwilligen Feuerwehr Bützfleth abgekauft. Gleichzeitig wurden einige Spieler übernommen.

Zum Asseler Schützenfest 1954 spielten 17 Spielleute mit drei eingeübten Märschen zum 1. Mal auf. Geführt wurde der Spielmannszug vom 1. Tambour Hermann Becker, der nach 6 Jahren von Hans-Heinrich Menck abgelöst wurde.

Während des Schützenfestes 1956 in Assel wurde aus Spenden die 1. Lyra angeschafft, die bereits nach einer Woche Übungszeit von Heinz Labes gespielt wurde.

Eine enge Verbindung zum Bützflether Schützenverein entstand mit dem Auftritt des Spielmannszuges Assel zum 1. Bützflether Schützenfest 1959, dessen 1. Schützen­könig unser Flötist Herbert Menck wurde. Noch heute nimmt der Spielmannszug Assel nach alter Tradition am Bützflether Schützenfest teil.

Mit den Jahren wurden die Auftritte immer häufiger. So wurden u.a. die Schützenfe­ste in Blumenthal, Hammah, Stade, Himmelpforten, Wischhafen, Groß Sterneberg, Drochtersen, Krummendeich und sogar der Norddeutsche Schützentag in Osnabrück besucht. Außerdem nahmen wir an zahlreichen Musiktreffen, Fahnenweihen, Einweihungen usw. teil.

Ende der 60er Jahre wurden in den „eingefleischten Männerverein“ erstmalig junge Mädchen aufgenommen.

1971 übernahm Sigrun Bohmert für ein Jahr den Tambourstab, den sie dann an Wolfgang Jütke übergab, der dieses Amt drei Jahre ausübte.

Der 1. Besuch des Asseler Spielmannszuges im Ausland fand 197 4 im Rahmen der Gemeindepartnerschaften in Rosiere-en-Santerre statt. Dieser Besuch wurde nach einigen Jahren vom Orchester Fanfare de Rosiere erwidert. Die hieraus entstandene Freundschaft wird durch gegenseitige Besuche beider Vereine erhalten.

Am 12. 5. 1979 feierten wir unser 25jähriges Bestehen. Nachmittags fand ein großer Umzug durch den Ort mit allen benachbarten Musikzügen, Fanfarenzügen und Spielmannszügen statt. Der Tag endete am Abend mit einem großen Tanzball.

Seit 1975 liegt die Stabsführung in weiblichen Händen:

1975 bis 1984 – Martina Nagel

1984 bis 1988 – Annette Moje

seit 1988 – Frauke Nagel

Zwischenzeitlich ist eine neue Freundschaft zum Spielmannszug Varl aufgebaut worden, die zu zahlreichen gegenseitigen Treffen geführt hat.

Als Leiter des Spielmannszuges Assel fungierte bis 1984 das Gründungsmitglied Claus Moje. Danach übernahm Ralf Patjens die Leitung, die er 1985 an Hans-Jürgen Von zur Zeit 62 Mitgliedern im Alter von neun bis 59 Jahren, befinden sich ca. Ya der Mitglieder in der Erstausbildung.

Durch die diversen Spender/- innen sowie die Beiträge des Fördervereins, ist es uns möglich, die Spielleute mit Uniformen und Instrumenten auszurüsten. Dafür an dieser Stelle unseren herzlichen Dank.

 

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